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Feuchtigkeitserfassung in
Baustoffen
Meßmethoden
und Meßgeräte |
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Die Feuchtigkeitsbestimmung
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Baustoffen hat, nicht zuletzt auf- grund von Bauschäden, zusehends an Bedeutung gewonnen. Für Dlpl.- Ing. (FH) Klaus Hustede, Firma Gann, Grund genug, eine umfassen- de und grundsätzliche Darstellung Gravimetrische Meßme-
thode (= Darr-Methode) Die Vornahme einer Messung nach
der sog. gravimetrischen Meßmethode oder Darr-Methode besteht darin, daß
ein Probestück des zu messenden Materials entnommen wird, das anschließend
gewogen, über einen längeren Zeitraum (bis zu 24 Stunden) hinweg bei hoher
Temperatur (bis 103 °C je nach Werkstoff) bis zur Gewichtskonstanz
ausgetrocknet und dann nochmals gewogen wird. Aus der festgestellten
Gewichtsdifferenz errechnet sich der ursprüngliche Feuchtigkeitsgehalt
nach folgender Formel:
(Naßgewicht — Trockengewicht) •
100 =
Trockengewicht
Materialfeuchte in Gew.-%
(atro, d. h. bezogen auf das Trockengewicht). Das in der Theorie sehr
genaue Meßverfahren leidet in der Praxis darunter, daß es wegen seiner
Zerstörungswirkung nur begrenzt anwendbar ist und daß sich bei der
Entnahme der Proben, beim Transport und bei der Beurteilung des
Feuchtigkeitsergebnisses zahlreiche versteckte Fehlerquellen einschleichen
können. Bei der Gewinnung der Meßproben werden häufig Proben entnommen,
die sowohl Oberflächen- wie Kernfeuchte enthalten und deshalb keinerlei
Aussage über die wichtige Frage etwaiger Feuchtigkeitsunterschiede
zwischen Materialinnen- und -außenzone zulassen. Die an sich notwendige
Entnahme von Schichtproben ist bei Anwendung der gravimetrischen Methode
nur schwer durchführbar, die notwendige Messung der Maximalfeuchte aus der
sog. „unteren Estrichkappe" (VOB) ist so schwer zu realisieren, daß sie in
der Praxis wegen der hiermit verbundenen großen Zerstörungen so gut wie
nicht durchgeführt wird. Um die geschilderten groben Zerstörungen (z. B.
an Wohnungswänden und Böden) zu vermeiden, werden bei de.r Probenentnahme
oft Bohrkerne mittels eines Hohlkernbohrers entnommen. Selbst dann, wenn
hierbei nur der untere Bereich der Probe zur Austrocknung verwendet wird,
ist durch die bei der Bohrung auftretende Materialerwärmung ein großer
Teil der Inhaltsfeuchte verdrängt bzw. teilwei- |
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von Meßmethoden und
geeigneten
Meßgeräten zur Erfassung des Feuchtigkeitsgehaltes in Baustoffen zu verfassen. Hustede beschreibt die Vor- und Nachtelle einzelner Meßverfahren und stellt geeignete Meßgeräte vor. se ausgetrocknet worden, so daß
die anschließende Hochtemperatur-Austrocknung und -Wägung ein völlig
verfälschtes Feuchtigkeitsergebnis ergibt. Es ist in diesem Zusammenhang
anzumerken, daß der verfälschende Einfluß durch Materialerwärmung bei der
Probenentnahme um so größer ist, je kleiner die Probenmenge ist. Zu
vernachlässigen wäre dieser Einfluß allenfalls bei einem
Bohrlochdurchmesser von 20 cm und größer, jedoch kann zur Vermeidung von
übermä • ßigen Zerstörungen in der Praxis der Bohrkerndurchmesser in aller
Regel nur zwischen 2 und 4 cm betragen. Eine noch größere Verfälschung bei
der Ermittlung des tatsächlichen Feuchtigkeitsgehaltes ergibt sich durch
die in der Praxis ebenso zu beobachtende Entnahme von Bohrmehl, das
mittels normaler Schlagbohrmaschinen gewonnen wird. Hier ist der
verfälschende Einfluß durch Materialerwärmung und unmittelbare
Austrocknung bei der Probenentnahme so groß, daß über die Sinnfälligkeit
und Zweckmäßigkeit eines solchen Vorgehens nichts weiteres gesagt werden
muß. Eine weitere erhebliche Fehlerquelle liegt im Transport und in der
Aufbewahrung der entnommenen Meßprobe begründet. Notwendig wäre die
sofortige Verpackung der entnommenen Schichtprobe in luftdichte
Plastikbeutel o. ä. und schnellste anschließende
Hochtemperatur-Austrocknung. In der Praxis häufig zu beobachten ist das
Einsortieren der Meßproben in größere Transportbehälter mit einer längeren
Wartezeit bis zur Vornahme der Austrocknung. Die Folgen sind viel zu
niedrige Feuchtigkeitsergebnisse, weil während des Transports und der
Lagerung eine ungewollte Abtrocknung des Probematerials stattgefunden
hat.
Ein Gesichtspunkt, der bei
Anwendung der gravimetrischen Methode beachtet werden muß, ist auch die
Tatsache, daß bei der notwendigen Hochtemperatur-Austrocknung nicht nur
das in der Probe enthaltene freie Wasser, sondern auch andere
Inhaltsstoffe wie z. B. mineralische Fette und Öle sowie Kristallwasser,
die sich bei der Austrocknung verflüchtigen, beseitigt werden und das
Meßergebnis verfälschen. |
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1 Elektronisches
Zwelfach-MeBgerät für Holz- und Baufeuchte Gann Hydromette HT 85
digital
Bei einer zusammenfassenden
Beurteilung der gravimetrischen Meßmethode ist deshalb anzuführen, daß
diese Methode unter labortechnischen Bedingungen und bei entsprechend
penibler Anwendung genaue Ergebnisse erbringen kann, bei Anwendung in der
Praxis jedoch unter zahlreichen versteckten handhabungstechnischen
Fehlerquellen leidet und außerdem wegen der mit ihr zwangsläufig
einhergehenden Materialzerstörung nur bedingt anwendbar
ist.
CM-Meßmethode
(Carbid-Methode) Auch bei der Gewinnung einer
Meßprobe nach der sog. CM-Meßmethode ist es zunächst notwendig, eine Probe
des zu untersuchenden Materials zu entnehmen. Das Probestück muß
anschließend in Einzelstücke zerkleinert werden, die einen Durchmesser von
weniger als 2 mm aufweisen müssen. Das derart vorbereitete Meßgut muß dann
abgewogen und zusammen mit Carbidkapseln und Stahlkugeln in eine
Stahlflasche abgefüllt werden, die fest verschraubt wird. Heftiges
Schütteln der Flasche bewirkt die Zerstörung der Carbidampullen mittels
der eingebrachten Stahlkugeln, und ausgelöst durch die entstehende
chemische Reaktion baut sich innerhalb der Flasche ein bestimmter Druck
auf, der über ein eingebautes Manometer abgelesen werden kann und
Rückschlüsse auf die Feuchtigkeit der in der Flasche befindlichen
Materialprobe ermöglicht.
Zur Bestimmung der
Materialfeuchte sind je nach Werkstoff Auswertungstabellen notwendig, die
sog. „CM-Prozente" ausweisen. Es ist hierbei zu beachten, daß diese
CM-Prozentwerte nicht identisch sind mit Gewichtsprozenten (die an sich
ermittelt werden sollen) und daß deshalb eine weitere Umrechnung von
CM-Pro-zenten in Gewichtsprozente notwendig ist. Zum Faktor der
notwendigen Umrechnung herrschen unterschiedliche Ansichten, der „Deutsche
Betonverein" z. B. geht von einem notwendigen Multiplikationsfaktor von 2
aus, nach anderen Erfahrungswerten liegt der Umrechnungsfaktor je nach
Meßgut zwischen 1,4 und 2,6. Nächste Seite |
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